Archiv/Nostalgie

Die "Beyeröhde"

Die "Beyeröhde" war im Mittelalter ursprünglich eine alte Siedlungsstelle, die – bis 1923 zur Stadt Schwelm gehörend – am Südrand einer Kalkmulde angelegt wurde und nördlich vom Hedtberg ansteigt. Der Begriff "Beyeröhde" ist vermutlich entstanden aus dem Familiennamen "Beyer" und dem Flurnamen "Öhde", welcher neudeutsch für "Aue" steht. Noch heute ist die "olle Beyeröh" – eine dicht aufgereihte Ansammlung schöner, alter Schiefer- und Fachwerkhäuser – im östlichen Bereich des heutigen Bezirkes Langerfeld der Stadt Wuppertal erfreulicherweise zu bestaunen.

Heute wie damals war es den Jungen wie den Alten wichtig, sich sportlich zu betätigen. Es wird berichtet, dass sich 1893 vierzig Turner und Turnfreunde in die Gründungsliste des Vereines eingetragen haben und den Beitritt zur deutschen Turnerschaft erklärten. Die ersten Übungsstunden fanden in den Räumen – wahrscheinlich in der Kantine – der damals in Auflösung befindlichen Galmei-Zeche "Karl" statt.

Die Turnübungen der damaligen Jahre waren nach heutigem Verständnis eher gymnastische Bewegungen und Kraftakte.

Ein erstes Reck der Turner wurde vermutlich 1897 im Saal der damaligen Wirtschaft Leye (heute Beyeröhder Hof, Schwelmer Str. 60) aufgebaut. Dort fand man es in 1945 nach der Teilausbombung des Saales.

Vor mehr als 100 Jahren konnte 1899 nach langen Verhandlungen mit dem Besitzer Püls der Wirtschaft "Deutsche Eiche" – Schwelmer Straße 134 – der Turnbetrieb in den großen Saal dieses Hauses verlegt werden.

Dieser Umzug bewirkt eine spürbare Verbesserung des sportlichen Ablaufs und führte zu ersten turnerischen Erfolgen.

Prägend für die durchlaufende Existenz des TV Beyeröhde ist das langjährige Mitwirken der Familie Jordan von 1919 bis heute.

Das obige Bild zeigt August Jordan (1. Vorsitzender 1933-1959) mit seiner Vorstandsmannschaft anlässlich des 60-jährigen Jubiläums des Vereins (1953).

Vereinsvorsitzende seit Gründung des Beyeröhder TV


1893 - 1898
Theo Schlieper

1898 - 1908
Hugo Stindt

1908 - 1933
Fritz Mollenkott

1933 - 1959
August Jordan

1959 - 1969
Fritz Thiele

1969 - 1981
Siegfried Bockmühl

1981 - 1994
Wilmar Kurtz

1995 - 2003
Horst-P. Muckenhaupt

seit 2003
Norbert Koch
     

Der Jordan-Raum in der Geschäftsstelle!

Es ist nicht überall bekannt, weshalb es in unserer Geschäftsstelle einen Jordan-Raum gibt!

Der Jordan-Raum ist das hintere Besprechungszimmer der Geschäftsstelle. Hier steht auch der Kommunikations-Turm mit seinen vielen Fächern für jedes einzelne Mitglied des Vorstandes und des Turn-und Sportausschusses und wird entsprechend oft frequentiert. Dieser Raum soll in naher Zukunft ebenfalls modernisiert werden und das große Bild von Ernst-August Jordan mit Bildunterschrift soll einen besseren Platz bekommen.

Bei der Eröffnung der Geschäftsstelle in 1984 wurde als Bildunterschrift folgender Text gewählt: -

Jordan-Raum

Wir würdigen mit der Benennung
dieses Raumes die besonderen Verdienste der
FAMILIE JORDAN
um den Verein seit mehr als 65 Jahren.
Mai 1984

In diesem Zusammenhang sollte man wissen , dass die Familie Jordan mit August Jordan bereits 1920 in den Verein eingetreten ist. Schon bald übernahm August Jordan Übungsleiterfunktionen , stieg schon 1926 als Turnwart der Frauen, später der Männer , in den Vorstand auf. In schwieriger Zeit von 1933 – 1959 war er der klug und umsichtig leitende 1.Vorsitzende des Vereins, 26 lange Jahre lang. In diesen Jahren hatte sich seine kleine Metallwarenfabrik so entwickelt, dass ihm für Vereinsfunktionen keine Zeit mehr blieb. Hier sprang in den späteren Jahren sein Sohn Ernst-August Jordan ein. Er war erfolgreicher Industrieller , leidenschaftlicher Handballspieler , vor allem aber Begründer eines von der Familie Jordan ausgehenden , sehr großzügigen und regelmäßigen Mäzenatentums. Und dieses ausgiebige Sponsoring setzte sich nach dem Tode von Ernst-August durch seine Söhne Michael und Ullrich unterbrechungslos und ebenso zuverlässig wie dankenswert bis heute fort. Die Jordangelder fließen uneingeschränkt in die Jugendarbeit und in den Breitensport. Ohne das Engagement der Familie Jordan über nun mehr als 85 Jahre hinweg wäre der TVB nicht der Verein geworden, der er ist.

Insofern ist die Benennung des Jordan-Raumes mehr als gerechtfertigt.

Wilmar Kurtz

Der "Jordan-Raum" wurde mit Schließung der Geschäftsstelle am 31.12.2013 ins Thiele-Haus verlegt.
Redaktion

Zeittabelle

Vereinsgeschichte in Stichworten

(ausführliche Beschreibung ist in der Festzeitschrift von 1993 enthalten)

1893 Gründung des Vereins (siehe auch Nostalgie)
1903 10-jähriges Bestehen, Einweihung einer Vereinsfahne, Erste Teilnahme am deutschen Turnfest in München.
1904 Erster überregional bedeutsamer sportlicher Erfolg: Die "Musterriege" wird Kreismeister in Lüdenscheid.
1909 Erste "emanzipatorische" Leistung: Eine Damen-Turnabteilung und eine Jugendabteilung wird gegründet.
1913 Beim 20-jährigen hat der Verein 186 Mitglieder. Es wird auch Fußball gespielt.
1922 Auf dem selbst erstellten und ersten Sportplatz des Vereins (heute westlich von Möbel Hellwig, In der Fleute) – "Turnvereinswiese" und auch "Hubbelwiesche" genannt – wird jetzt geturnt, Leichtathletik, Fußball, Faustball, Schlagball betrieben.
1924 Das von Turnlehrer Schelenz 1923 erfundene Handballspiel wird bei den Beyeröhder Herren eingeführt, die 1925 Bezirksmeister werden
1927 Die erste "Beyeröhder Turnhalle" wird von der Stadt bei der Fritz-Harkort-Schule, in der Fleute, erstellt.
1935 Die "Turnvereinswiesche" wird zum Flugplatz. Zwangsläufig bauen Beyeröhder Vereinsmitglieder eigenhändig ihren 2. Sportplatz. Er entsteht auf der westlichen Straßenseite der Clausewitzstraße, gegenüber der heutigen Anlage. 2 Jahre Bauzeit.
1945 Der 2. Weltkrieg ist zu Ende. 41 Turnbrüder starben an den Fronten. Die Turnhalle ist zerbombt. Erste Neubelebung des Sportbetriebs findet in der Hedtberghalle, in den umliegenden Wirtshaussälen und auf dem Sportplatz der Grundstraße statt.
1948 Erste Gründung der Damenhandball- Abteilung.
1953 Große Veranstaltung zum 60-jährigen Bestehen. Die Hausfrauen- Gymnastik- Abteilung wird gegründet.
1956 Eine neue Turnhalle wird von der Stadt In der Fleute erstellt.
1960 Eine Prellball- Abteilung wird gegründet, die 1968 Gaumeister wird und 1970 in die Rheinlandklasse aufsteigt.
1962 Kleinkinder- Turnen wird eingeführt.
1966 Die erste Beyeröhder Vereinszeitung erscheint. Das 75-jährige Vereinsjubiläum wird mit 600 Gästen im Haus Ennepetal gefeiert.
1971 Der Verein gründet eine Tischtennisabteilung und eine Abteilung für Mutter und Kind.
1978 Die Beyeröhder Vereinszeitung kommt in professionelle Hände und wird seitdem vom Pressebüro Manfred Osenberg unter dem Titel "Sport-Magazin" herausgegeben.
1979 Das Gartenhallenbad in Langerfeld wird eröffnet. Der Verein bildet eine Schwimmabteilung. Ursprünglich für mittelalterliche Ehepaare gedacht, wird die "Er und Sie- Gymnastikabteilung" installiert.
1980 Die Handballabteilung der Damen startet eine bei uns noch nie da gewesene Leistungsserie mit den B-Mädchen, die erstmalig Kreismeister werden.
1981 Die männliche A-Jugend wird Kreismeister
1983 Die Herrenhandballer erreichen nach 6-maligem Aufstieg in Folge ihre höchste Leistungsstufe, werden Oberliga- Vizemeister und verpassen damit knapp den Aufstieg in die Regionalliga. Es finden internationale Freundschaftsspiele mit Mannschaften der Superklasse statt, u.a. italienische Nationalmannschaft.
1984 Der Verein richtet seine Geschäftsstelle mit Jordan-Raum ein. Der Raum erhielt seinen Ehrennamen wegen der damals schon 65-jährigen engen Verbundenheit der Fabrikantenfamilie Jordan mit dem Beyeröhder TV. Der Beyeröhder Turnverein stiftet erstmalig das "Wuppertaler Triangulum in Gold" für hoffnungsvolle Wuppertaler Jungsportler. Diese Auszeichnung wird seitdem jährlich in ununterbrochener Folge vom Oberbürgermeister feierlich verliehen.
1986 Die weibliche Jugend erreicht eine bisher absolute Leistungsspitze: Sie wird Niederreinmeister, Westdeutscher Meister und Deutscher Vizemeister.
1987 Der Beyeröhder Turnverein wird von der Stadt Wuppertal für hervorragende Vereinsführung mit der Ehrenplakette der Stadt ausgezeichnet.
1991 Die Männersport-Abteilung wird für mittelalterliche "Ehemalige" gegründet.
1992 Die Handballdamen krönen eine vorläufige Erfolgsserie und steigen in die gesamtdeutsche 2. Bundesliga auf
1993 Der Verein blickt stolz auf eine 100-jährige Geschichte zurück und hat jetzt 670 Mitglieder. Im Jubiläumsjahr werden insgesamt 14 Sonderveranstaltungen durchgeführt. An einem bunten Festumzug mit 4 Kapellen beteiligen sich alle Nachbarvereine in Kostümen der Jahrhundertwende und alle Schulen. Es wird eine umfangreiche, unterhaltsame Festschrift mit historischen Inhalten herausgegeben. Der Verein feiert sein 100jähriges Bestehen mit vielen Aktionen und Festen. Höhepunkte: Festakt am 28.März im CVJM Saal am Hedtberg mit 500 Gästen und Ehrengästen. Fotoausstellung in der Stadtsparkasse. Tanzveranstaltung in der Sporthalle Buschenburg, Grosser Festumzug durch Langerfeld mit befreundeten Vereinen und Musikkapellen, Sport- und Spielfest auf der Bezirkssportanlage Clausewitzstraße, Sommerfest auf dem Langerfelder Markt Groses Stiftungsfest in Haus Ennepetal mit Triangulum-Verleihung. Unsere Regionalhandballdamen messen sich mit dem Bundesligisten Vfl.Osnabrück (20:25) Die weibl. A + B Jugendmannschaften sind die Nummer 1 im Bergischen Land und spielen in der höchsten Klasse :Oberliga. Die neu gegründete Männersportabteilung die vornehmlich Fußballtennis wird zum festen Bestandteil unserer Vereinsfamilie Unsere 1.Handballdamenmannschaft wird Westdeutscher Meister und steigt in die 2.Bundesliga auf.
1994 Der Beyeröhder TV stellt 14 Handballmannschaften Die weibliche A- Jugend wird Niederrhein- und Westdeutscher Meister. Die 1.Damenmannschaft muss leider nach einem Jahr Zugehörigkeit zur 2.Bundesliga wieder absteigen und richtet ein Freundschaftsspiel gegen die russische 1.Liga Mannschaft Ekatarinburg aus. Eigengewächs Christina Beuth erhält das Wuppertaler Triangulum als 2.Beyeröhderin. Unser Platzwartehepaar von der Clausewitzstraße, Roswitha und Gerd Schmidt, muss nach 32 Jahren ihren Dienst aufgeben, da die Sportanlage privatisiert wird. Die von der Stadt Wuppertal vorgegebenen Bedingungen für die vollständige Übernahme der Sportanlage durch den Beyeröhder Turnverein sind für den Verein unakzeptabel. Daraufhin wird die Anlage komplett an den Sportverein "Griechische Gemeinde Apollon" übergeben. Nach einigen Protesten gelingt es, einen Teil des Sportplatzhauses als Jugendraum und die gesamten Rasenflächen in alleinige Nutzung übergeben zu bekommen
1995 Der Verein erhält die alleinige Schlüsselgewalt für die Turnhalle in der Fleute und die geteilte (mit anderen Vereinen) Schlüsselgewalt für die Sporthalle Buschenburg. Nach 14jähriger erfolgreicher Tätigkeit als 1.Vorsitzender übergibt Wilmar Kurtz sein Amt an Horst-Peter Muckenhaupt. Unsere weibliche A Jugend wird erneut Niederrhein- und Westdeutschermeister. Unser Ehrenvorsitzender, Friedel Thiele, war 25 Jahre Abteilungsleiter der Älteren Turner und gibt sein Amt ab an Lothar Volke ab.
1996 Unsere 1. Damenmannschaft kommt im Pokalwettbewerb des Deutschen Handballbundes unter die letzen 8 Mannschaften. Unser Ehrenvorsitzender Friedel Thiel verstarb im Alter von 76 Jahren. Nach einigen harten Jahren in der Kreisliga, steigt unsere 1.Herrenmannschaft wieder in die Bezirksliga auf. Die männliche C Jugend wird Kreismeister. Die weibliche A Jugend spielt wieder in der Oberliga.
1997 Unser Verein hat jetzt 16 Handballmannschaften. Die weibliche C-Jugend wird Kreismeister.
1998 Unser Verein erhält die " Goldene Spule " vom Bürgerverein Langerfeld e.V. für hervorragende Vereinsarbeit für den Stadtteil Langerfeld. Jetzt spielt Beyeröhde mit 17 Handballmannschaften, davon 12 Jugendmannschaften Der in Langerfeld geborene Unternehmer Bernd Bigge von der Firma HAKO in Wuppertaler-Vohwinkel wird neuer Sponsor unseres Verein und legt den Grundstein für die nächsten erfolgreichen Jahre im Damenhandball. Der Beyeröhder Turnverein richtet für sein ältestes Mitglied, den 90jährigen Fritz Graffweg, eine Geburtstagsparty in der Turnhalle in der Fleute aus. Fritz verblüfft Gäste und Ehrengäste mit einer gekonnten Barrenübung.
1999 Unsere Handballdamen machen Freundschaftsspiele gegen die Nationalmannschaft von Südkorea und gegen Spartak Kiew aus der Ukraine. Nach einem Jahr Oberligaaufenthalt steigt unsere 1.Damenhandballmannschaft wieder in die Regionalliga ( 3. Liga )auf. Die weibliche E Jugend wird Kreismeister.
2000 Die männliche C Jugend und die weibliche B Jugend werden Kreismeister. Das Beyeröhder Sport-Magazin erscheint in aussergewöhnlich guter Aufmachung und im DIN A 4 Format . Baubeginn eines Anbaues zum Sportplatzhaus, der nach der Planung des 1.Vorsitzenden, Horst-Peter Muckenhaupt,- auch Architekt - Sanitärräume und einen Sitzungsraum aufnehmen soll. Aus Anlass des 125jährigen Bestehens der Freiwilligen Feuerwehr Langerfeld nehmen wir mit großer Beteiligung am Festzug durch Langerfeld teil. Unsere Kinder führen ein großes Transparent mit. Überschrift: "Wir holen die Kinder von der Straße". Ab jetzt sind wir auch im Internet mit je einer Webadresse für den Hauptverein, für die Handballgirls und für die Handballherren. Unser Ehrenvorsitzender Paul Scholz stirbt mit 86 Jahren.
2001 Unsere weibliche A Jugend wird Kreismeister. Zum 1.Male wird in Wuppertal-Elberfeld Beachhandball gespielt. Unsere 1.Damenmannschaft nimmt daran teil und wird überlegen Sieger. Wilmar Kurtz, langjähriger 1.Vorsitzender und Vorstandsmitglied wird Ehrenvorsitzender und Gerd Schmidt, unser 2.Vorsitzender und seit nunmehr 47 Jahren ununterbrochen im Vorstand, wird Ehrenmitglied. Der Beyeröhder TV. stellt 5 Kreismeister. Weibliche A, B, C, D + E. Die A + C Jugend spielen wider in der Oberliga. Unsere Damenhandballmannschaft spielt gegen die Meistermannschaft von Politechnik Minsk aus Weißrußland.
2002 Zum 4.Mal erhält eine Beyeröhder Handballspielerin , Jugendnationalspielerin Anke Kramer ,das Wuppertaler Triangulum. 3 verdiente Beyeröhder werden Ehrenmitglied: Lothar Volke, ehemaliger Handballboss, Oberturnwart und Abteilungsleiter der Älteren Turner. Gerd vom Sondern, ehemaliger Prellballboss und langjähriges Vorstandsmitglied . Günter Schulte, ehemaliger Handballboss und Sponsor der Herrenhandballer in deren Erfolgsjahren. Unsere Handballdamen steigen wieder in die 2.Bundesliga auf. Die C + B Jugend wird wieder Kreismeister. Die A + C Jugend spielt auch in der kommenden Saison wieder in der Oberliga. Im Juli wird der Anbau zum Sportplatzhaus mit vielen Ehrengästen eingeweiht. Das so komplettierte Jugendhaus erhält den Namen "Thiele - Haus".
2003 Nach 8jähriger erfolgreicher Arbeit als 1.Vorsitzender, übergibt Horst-Peter Muckenhaupt sein Amt an Norbert Koch. Unsere 1.Damenmannschaft gelingt es nach einem tollen Schlussspurt den Abstieg aus der 2.Bundesliga zu vermeiden. Die 2.Damenmannschaft steigt in die Bezirksliga auf. Die weibliche C + D Jugend werden Kreismeister. In der nächsten Saison spielen wir mit 3 Jugendmannschaften in der Oberliga.(Weibliche A-B-C- Jugend) Das beliebte Beyeröhder Sport-Magazin - verlegt von Pressebüro Osenberg -wird 25 Jahre alt und aus Kostengründen nach seiner 100. Ausgabe eingestellt. Das Sport-Magazin ist jährlich viermal erschienen. Stattdessen tritt der TVB mit einem auch sehr aufwendigen Hallenblatt SPORT-INTEAM an die Öffentlichkeit. Der Beyeröhder Turnverein hatte in den letzten Jahren eine sehr umfangreiche Pressepräsenz und wurde auch in der Presse häufig mit BTV angekürzt. Diese Abkürzung führte zu Verwechslungen mit dem Barmer Turnverein 1846 e.V. Deshalb hat sich der Beyeröhder Turnverein 1893 e.V. in seiner Jahreshauptversammlung im März jetzt auch offiziell umbenannt in Turnverein Beyeröhde 1893 e.V. und wird nun mit TVB abgekürzt.

Die 1. Beyeröhder Damen-Handballmannschaft: von 1969

o.v.links:Trudi Hesse, Marianne Oberdräing, Erika Sandweg, Uschi Vieth, Gisela Hölter, Dieter Dietze

u.v.links: Elke Wichert, Renate Wenzel , Edeltraut Mall

Im Zusammenhang mit dem Aufstieg der Beyeröhder Handball-Girls zur Handballelite Deutschlands (2007) ist es interessant , auf die Anfänge des Beyeröhder Damenhandballs zurück zu blicken:-

Schon 1948 hatte es schüchterne Anfänge gegeben: Turnerinnen des Vereine versuchten einige Jahre lang unter der Leitung des späteren Ehrenvorsitzenden, Paul Scholz und des Schiedsrichters Otto Diemer nebenher Feldhandball zu spielen. Aber die Bemühungen schliefen wieder ein. - Der eigentliche Startschuss für erfolgreiches Handballspielen der Frauen im Turnverein Beyeröhde wurde 1969 gegeben. Eine bereits erfolgreiche Frauenhandballmannschaft mit ihrer Spielführerin und Stimmungskanone Emmy Herlinger , „Tante Emmy “ , trat von der SG. Langerfeld 06 komplett zum TVB über. Die Damen fühlten sich bei dem Fußballclub für Männer nicht wohl aufgehoben. Der Vorstand des TVB hatte sich zunächst gesträubt und Übungszeiten in der Halle standen auch nicht zur Verfügung. Aber Gerd Schmidt , damals Turn - und Sportwart, hat alle Wege geebnet . So kam der TVB zu einer Frauen-Handballmannschaft, die auf dem Großfeld in der Bezirksklasse und in der Halle Spielberechtigung für die Landesliga hatte. Von Nachfolge-Mannschaften konnte die Klasse nicht immer gehalten werden, aber 1983 wurde die Landesliga im Hallenhandball wieder erreicht. Diese Klasse war in den späteren Jahren eine ausgezeichnete Ausgangposition für die weiblichen Jugendmannschaften, die Manfred Osenberg seit 1979 unter seine Fittiche genommen und zu erstaunlichen Leistungen geführt hatte. Die 1. Kreismeisterschaft seiner B-Jugend war schon 1980. Anschließend folgten Jahr für Jahr Niederrheinmeisterschaften, Westdeutsche Meisterschaften und als bisherigen Gipfel: die Deutsche Vizemeisterschaft einer A-Jugend in 1986. Spielerinnen der A-Jugend von 1986 bildeten zunächst die Basis für die nun folgenden Aufstiege unserer Handballgirls bis hin zur 1. Bundesliga in 2007 – Und das immer noch unter der Oberleitung von Manfred Osenberg, der es zudem geschafft hat, die dafür erforderlichen Sponsoren, seit einigen Jahren und hauptsächlich Bernd Bigge und seine Firma HAKO , zu gewinnen

Wilmar Kurtz (Quelle : Gerd Schmidt)

Mehr als 110 Jahre Beyeröhde - Die Zeittabelle nachdenklich betrachtet.

110 Jahre sind eine lange Zeit, wenn man bedenkt, was alles passiert ist: Vier Menschengenerationen haben am Gedeihen des Vereins gearbeitet. Vier Generationen Beyeröhder haben im TVB eine sportliche und menschliche Heimat gefunden. Man könnte diese 110 Jahre in zwei Zeithälften aufteilen. Der Verein hat in den ersten 55 Jahren seines Bestehens zwei Weltkriege, Wirtschaftskrisen, Inflation und Währungsreform, Nazi-Beeinflussung überlebt. 73 blutjunge Beyeröhder sind in den Kriegen gefallen. Die Namen auf den Mahnmalen an der Turnhalle Fleute lesen sich wie die Mitgliederliste der Jugendabteilung. Das war unsere damalige Jugend, hoffnungsvoller Nachwuchs. So jung, wie ihr heute seid, ihr jetzigen jungen Beyeröhder, die ihr diesen Artikel vielleicht lest - und seid gewarnt!

Die zweiten 55 von diesen 110 Vereins-Lebensjahren entfallen in eine positivere Zeit. In unserer näheren Umgebung gab es Frieden. Nie gekannter Wohlstand breitete sich aus. Die Generationen dieser Jahre sind die Glücklicheren. Auch im TVB ging es in dieser Zeit steil aufwärts zu bis dahin unbekannten Höhen: Aus kleinsten Neuanfängern hat sich eine aktive Vereinsfamilie mit 650 Mitgliedern in vielen Abteilungen, Gruppen und Mannschaften neu gebildet. Unvergessen sind aus diesen 55 Jahren die vielen Gemeinschaftserlebnisse bei Sportfesten, Wettkämpfen und Vereinsveranstaltungen. Beispielhaft war in den 70er und 80er Jahren der Aufstieg unserer Herrenhandballer zu überregionaler Bedeutung mit internationalen Vergleichskämpfen, sogar mit der italienischen Nationalmannschaft.

Nur mit wohlwollender Hilfe von großen Sponsoren ist der Leistungsaufstieg unserer Damenhandballerinnen zu verkraften und zu bewundern. 2. Bundesliga. Das heisst: Wir - die von TVB - sind unter den 40 besten von über 10.000 deutschen Mannschaften. Und das soll, wie man hört, noch nicht alles sein. Denken wir an die jetzige Jugend und was da passiert ist: - 1986 deutscher Vizemeister bei den A-Handballgirls. Heute sind 300 Jugendliche aktiv. 14 Jugendmannschaften und Seniorenmannschaften spielen Handball. 3 Jugendmannschaften spielen in der höchstmöglichen Leistungsklasse eine hervorragende Rolle.

Und die Verwaltung des Hauptvereins, was wurde da alles organisiert: - EDV, Internet, Vereinszeitung Sport-Magazin, Geschäftsstelle, Thielehaus mit Jugendraum, Steuerrecht. Das sind heute alles Vokabeln, die sich wie selbstverständlich anhören. - Sind sie aber nicht! - Hinter all diesem Erleben, all diesen Ereignissen und Erfolgen stehen Menschen, die dies gewollt und geschaffen haben. Ehrenamtliche. Ehrenamtliche, die aus Reihen der Mitglieder des TVB heraus erwachsen sind, sich zur Verfügung gestellt, sich eingebracht haben. Und das schon 110 Jahre lang, und sicher auch in der Zukunft.

Wilmar Kurtz

Aus dem Vereinsleben: Abschrift eines Protokolls des TV Beyeröhde 1893 e. V., vom 23.10.1924; damals " T.S.V. Bayeröde 1893 e. V " und Wuppertal gab`s auch noch nicht.

Hinweis: Dies ist nicht Konform mit der gültigen Rechtschreibung.

Auszug des Berichts über die an diesem Tag stattgefundene Versammlung:

08:oo Uhr abends, vereinzelte Mitglieder erscheinen langsam mit dem Bewußsein, wir sind doch die ersten. Sie behielten recht. Tropfenweise füllte sich das Versammlungszimmer, schon ist es halb neun Uhr und noch immer fehlen einige Vorstands- und mit ihnen natürlich auch die Hälfte der Gesamtmitglieder. Bei Vorstandsmitgliedern sollte man die Pünktlichkeit doch ganz besonders voraussetzen, da sie doch der leitende Faktor sind.
Wir warten also noch ein Weilchen. Grund : Der Referent zu Punkt 1 fehlt noch, der ja eigentlich schon um viertel vor acht hätte da sein müssen. Endlich um 20 vor 9 Uhr erscheint er mit den Worten " et sint ewer noch nich völle hier " , worauf ihm unser
2. Vorsitzender erwidert " Dat sitt nich alle so pünktlich wie du " . Verschmitzt lächelnd drückte er sich auf seinen Platz. Also es kann los gehen. Da der Schriftführer sein Protokollbuch vergessen hat nebst dem Bericht von der vorherigen Versammlung, eröffnete der 1. Vorsitzende, ohne dies weiter zu erwähnen, die Versammlung, was ich ihm hoch anrechne.

Anmerkung der Redaktion:
Die Namen der damals betreffenden Personen sind bekannt.
Mögliche Parallelen zu heutigen Vorstandssitzungen sind nicht beabsichtigt und wären rein zufällig !